Pflegestelle werden

Pflegestelle werden

Ausgedehnte Spaziergänge und kuscheln auf dem Sofa – keine Frage, Hunde sind eine große Bereicherung fürs Leben und werden zum Familienmitglied. Dabei ist es wichtig, einen Hund zu finden, der zu einem passt. Private Pflegstellen sind dabei eine große Hilfe: Sie schaffen die Möglichkeit für Interessenten, den Vierbeiner vor der Adoption persönlich kennenzulernen. Da wir in Deutschland keine Auffangstation für unsere vierbeinigen Schützlinge haben, sind wir auf Pflegestellen angewiesen. Möchten auch Sie helfen?

Warum Pflegestelle werden?

Als Pflegestelle sind Sie für Ihren Schützling das Sprungbrett in ein neues, besseres Leben und bilden somit eines der wichtigsten Fundamente der Tierschutzarbeit. Nur so können wir immer wieder Hunde aufnehmen und weitervermitteln. Als Pflegestelle nehmen Sie ein Tier vorübergehend bei sich auf, bis es endgültig vermittelt ist. Ihr Schützling bleibt so lange bei Ihnen, bis sich die passende Familie findet – manche Hunde finden bereits nach wenigen Tagen ein neues Zuhause, manchmal dauert es Wochen oder Monate.

Wieso die Pflegestellentätigkeit so wichtig ist? In unseren italienischen Partnertierheimen werden die Hunde zumeist in größeren Gruppen gehalten. Die Pfleger haben keine Möglichkeit, sich dort intensiv mit jedem Tier zu beschäftigen. Nehmen Sie einen Pflegehund auf, ist es für ihn um einiges leichter, sich bei Ihnen an ein meist völlig unbekanntes Leben zu gewöhnen.

Wie werde ich Pflegestelle für einen Hund?

Natürlich gibt es einige Dinge zu berücksichtigen, bevor Sie sich dazu entscheiden, sich als Pflegestelle zur Verfügung zu stellen. Die Hunde aus dem Süden stammen meist aus sehr schlechten Verhältnissen (italienische Tierheime und Massenauffanglager). Viele haben ihr gesamtes Leben hinter Gittern verbracht, sind verunsichert, verängstigt und haben das Vertrauen in den Menschen längst verloren.

Deshalb sollten unsere Pflegestellen das „nötige Händchen“ und auch Zeit für diese Tiere haben. Der Hund wird in der neuen Umgebung nicht sofort „funktionieren“ und muss erst in der neuen Welt ankommen. Viele unserer Schützlinge haben noch nie eine Wohnung von innen gesehen, manchmal sind die Tiere nicht sofort stubenrein oder bleiben auch noch nicht allein. Manche Hunde kennen keine Leine oder Grundkommandos. Ein Tier in Pflege zu nehmen, bedeutet genauso viel Verantwortung zu übernehmen, wie bei einem eigenen Haustier. Selbstverständlich werden Sie nicht allein gelassen – wir stehen Ihnen bei Problemen mit Rat und Tat zur Seite.

Wie ist der Ablauf – von der Anfrage bis zum Transport?

Bevor Sie sich dazu entscheiden, einen Pflegehund aufzunehmen, sollten Sie alle organisatorischen Fragen klären:

  • Sind alle Familienmitglieder mit der Aufnahme eines Hundes einverstanden?
  • Haben Sie bereits einen Hund (oder andere Tiere), passt ein neuer Vierbeiner dazu?
  • Liegt im Fall eines Mietsverhältnisses das Einverständnis des Vermieters vor?
  • Haben Sie ausreichend Zeit, sich um einen Vierbeiner zu kümmern?

Ein Hund sollte nicht länger als 4 Stunden am Tag allein sein, wobei er daran ganz langsam gewöhnt werden muss. Vielleicht können Freunde oder Nachbarn manchmal auf den Neuankömmling aufpassen und Sie als Pflegestelle unterstützen?

Ist alles geregelt, können Sie sich auf unserer Homepage nach Hündinnen, Rüden oder Welpen und Junghunden umschauen. Springt Ihnen eine der Fellnasen besonders ins Auge, finden Sie jeweils unten eine Box mit den Kontaktdaten des Vermittlers. Diese Person kann Ihnen alle Fragen zum Hund beantworten. Nach einem persönlichen Gespräch folgt eine Vorkontrolle, bei der wir Sie Zuhause besuchen und alle abschließenden Fragen klären.

Der Transport findet in der Regel alle 5-6 Wochen statt. Wo Sie Ihren Pflegehund empfangen, besprechen wir mit Ihnen persönlich – meist findet die Übergabe in Kitzingen (Nähe Würzburg) statt. Dort unterschreiben Sie den Pflegevertrag und kümmern sich ab dem Zeitpunkt um Ihren Schützling. Sobald es Interessenten für den Pflegehund gibt, ist ein persönliches Treffen und eine Vorkontrolle Voraussetzung für eine endgültige Vermittlung. Da Sie als Pflegestelle den Hund am besten kennen, legen wir dabei auf Ihre Meinung großen Wert. Eine endgültige Vermittlung erfolgt allerdings ausschließlich über uns.

Übrigens: Ist Ihnen Ihr Pflegehund in der Zwischenzeit ans Herz gewachsen und eine Trennung unvorstellbar? Auch für Sie besteht die Möglichkeit zur festen Adoption!

Die Pflegestellen arbeiten ehrenamtlich – die Tierarztkosten werden, nach vorheriger Absprache, natürlich erstattet und der Hund ist draußen haftpflichtversichert. Beachten Sie, dass Pflegehunde außerhalb des Hauses ohne Ausnahme an der Leine zu führen sind.

Hier finden Sie einige nützliche Tipps für den Einzug eines Tierschutzhundes.

Noch Fragen?

Wenn Sie sich angesprochen fühlen und Pflegestelle von Hundehilfe Mariechen werden wollen, melden Sie sich bitte bei uns. Bei uns gibt es keine allgemeinen Ausschlusskriterien. Wer berufstätig ist, muss sich eben um eine angemessene Betreuung des Hundes während der Arbeitszeit kümmern. Wer eine kleinere Wohnung hat, gleicht es mit langen Spaziergängen und Köpfchentraining aus.

Wir freuen uns, wenn Sie einem armen Tier aus dem Süden eine Chance geben und diesem beim Start in ein neues Leben helfen wollen.